Identität stiften

Diversity ist das Zauberwort aktueller Managementliteratur. Bei aller Wertschätzung der persönlichen Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Mitarbeiter darf die Identität des Unternehmens aber nicht zu kurz kommen.

Identität stiften

Diversity ist das Zauberwort aktueller Managementliteratur. Bei aller Wertschätzung der persönlichen Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Mitarbeiter darf die Identität des Unternehmens aber nicht zu kurz kommen.

 

Mittelständische Unternehmen stehen vor der Herausforderung, die gelebte Vielfalt im eigenen Hause zu organisieren. Viele unterschiedliche Unternehmenszweige, Abteilungen, Kulturen und Arbeitsphilosophien bedeuten immer auch: viele verschiedene Stimmen in der Mannschaft. Wer hier nur nach dem Trainer ruft, der alle „auf eine Linie bringt“, unterschätzt die kreative Kraft, die einem solch kunterbunten Team innewohnt. Es ist ein schmaler Grat zwischen persönlicher Entfaltung und außer Kontrolle geratenen Zentrifugalkräften. Es gilt, die schöpferische Energie der Vielfalt zu erkennen und systematisch zu nutzen – für sich und für das Wohl des ganzen Unternehmens.

Ein Aspekt ist dabei entscheidend: Der Wunsch der Mitarbeiter nach einer klaren Identität wird in diesem Zusammenhang stärker denn je eingefordert. Wofür der einzelne steht, weiß er meist – doch wofür steht das Unternehmen eigentlich? Das implizite Selbstverständnis eines mittelständischen, häufig zentral geführten Unternehmens, wird heutzutage nicht mehr automatisch auf die neuen Mitarbeiter übertragen. Starke Persönlichkeiten prägen das Unternehmen mehr als das Unternehmen sie.

Die besten Aushängeschilder

Doch darf die Identität des Unternehmens bei aller Rücksicht auf persönliche Entfaltung nicht zu kurz kommen. Es geht weniger um die Authentizität des Einzelnen an seinem Arbeitsplatz als vielmehr um die klare, wiedererkennbare Identität des Unternehmens. Die Vorteile dieses erlebbaren ‚Großen Ganzen’ liegen auf der Hand. So gehen Mitarbeiter, die ihr Unternehmen ‚verinnerlicht’ haben, sprichwörtlich durchs Feuer. Sie sind die besten Aushängeschilder. Ihr Engagement schlägt oft Faktenwissen und ihr Enthusiasmus überträgt sich auf die Kunden.

Neue Aufgaben für das Top-Management

Gut vernetzte, gut organisierte und gut informierte Repräsentanten eines Unternehmens sind – wenn sie dazu noch eine positive Grundeinstellung ausstrahlen – dessen beste Visitenkarte. Für Kunden wie für Kollegen gleichermaßen. Daher ist es Aufgabe des Top-Managements, in der Diskussion um das Thema Diversity und die persönliche Entfaltung der Mitarbeiter, die einheitliche Klammer, also auch und vor allem die Identität des Unternehmens, zu stärken.