Freiräume schaffen

Kann Struktur Freiheit geben?

Wer seinen Alltag gut organisiert, der tut das in erster Linie, um sich selbst Freiräume zu schaffen. Dabei geht es nicht in erster Linie darum, dass Dinge erledigt werden – vielmehr will man sie so erledigen, dass daneben noch möglichst viel vom Tag übrig bleibt. Diese gewonnene Zeit nutzt man dann im Privaten für Dinge, die man gerne tut, die nach vorne gerichtet sind oder die man einfach mal ausprobieren möchte.

Dasselbe Prinzip greift bei der Organisation von Unternehmen, Abteilungen oder einzelnen Prozessen. Es ist ein Irrglaube, dass eine Organisation nur dann optimal arbeitet, wenn die komplette Arbeitszeit der Mitarbeiter verplant, jeder Arbeitsschritt beschrieben und jede Handlungsempfehlung gegeben ist.

Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und Innovationskraft sind heute zu entscheidenden Wettbewerbsfaktoren geworden. Damit müssen Unternehmen umdenken und ihre Organisation auf neue Ziele ausrichten. Es gilt, das Wissen, die Problemlösungskompetenz und die Kreativität aller Mitarbeiter zu mobilisieren. Die Organisation selbst muss sich den Herausforderungen anpassen und nicht dem Unternehmen.

Letztendlich ist es entscheidend, durch eine geeignete Organisationsstruktur „Freiräume zu schaffen", „Motivation zu stärken" und „Potentiale zu fördern". Die Kreativität der Mitarbeiter ist die Grundlage für neue Ideen und erfolgreiche Innovationen. Doch viele Führungskräfte blockieren diesen Prozess, indem sie falsche Rahmenbedingungen schaffen, zu starre Regeln vorgeben oder ihre Mitarbeiter durch zu viele Aufgaben demotivieren. Stattdessen sollten sie informelle Kooperationen stärken, Aufmerksamkeit investieren, Ideen kanalisieren und für eine produktive Atmosphäre sorgen.

Ein entscheidender Faktor für modernes Organisationsmanagement ist dabei das Integrieren von Funktionen. Der Prozess der voneinander getrennten Abteilungen und Teams muss gestoppt werden. Die Aufgabenfelder der Mitarbeiter werden komplexer und stärker miteinander vernetzt – gleichzeitig muss auch die Kommunikation und Kooperation zwischen den Mitarbeitern intensiviert werden. Die Unternehmensleitung muss konkrete Zukunftsperspektiven entwickeln und sie glaubhaft an ihre Mitarbeiter weitergeben. Es geht heutzutage eben nicht mehr um das reine „Wegorganisieren“ von Arbeit, sondern um die Organisation von Freiräumen, um Zeit für Neues zuzulassen.